| 1235 |
wurde die Viersener Kirche als der Propstei
zugehörig benannt, da die Propstei
das Patronatsrecht habe. |
| 1243 |
wurde ein "plebanus" (Weltpriester)
in Viersen erwähnt. |
| 1246 |
soll die Pfarre schon gut "dotiert"
gewesen sein. |
| 1250 |
vermachte Propst Arnold testamentarisch den
Stiftspriestern von St. Gereon u.a. 6 Solidi, die er von dem
Viersener Edelherren Goswin von Ilem gekauft hatte und die
von dessen Gütern in der "parochia de Viersen" in Rintgen,
Bockert, Beberich, und Hamm gezahlt wurden. |
1290 -
1305 |
gehörte die Viersener Pfarre
zum Dekanat Mülgau, dann Dekanat Süchteln im Archidiakonat
Xanten - Erzbistum Köln. |
| 1408 |
wurde die Pfarre in zwei Zehntbezirke eingeteilt,
in die "Kirch- und Lakseite". Für die Kirchseite
wurde der Zehnt in Naturalien, und für die Lakseite in
Geld als Pacht von den Schöffen und Geschworenen erhoben. |
| 1408 |
gründen die Geschwister Agnes, Katharina
und Gertrud ter Dyck auf ihrem Hof im Rintgen ein Klause,
den späteren Beginenkonvent. |
| 1424 |
ältestes Kirchensiegel mit dem Brustbild
des hl. Remigius. |
| 1555 |
Baupflicht für die Kirche: -
Chor, das St. Gereonstift, - Kirchenschiff
und Pastorat, die Pfarrgemeinde, - Turm,
die Zivilgemeinde (da als Wehr- und Wachtturm genutzt). |
| 1559 |
wurde Viersen durch Papst Paul IV. dem neuen
Bistum Roermond zugewiesen. |
| 1570 |
wurden drei Hofbesitzer aus Ompert (südliches
Stadtgebiet) und fünf weitere Personen wegen Ketzerei
vor das Bischöfliche Gericht in Roermond geladen. Da
sie jedoch auch nach zweimaliger Vorladung nicht erschienen
und geflohen waren, wurde ihr Vermögen eingezogen. |
| 1577 |
bemächtigten sich die niederländischen
Generalstaaten des Oberquartiers Geldern, wozu auch Viersen
gehörte. |
| 1578 |
Graf Johann von Nassau, Bruder des Prinzen von
Oranien, der den Katholizismus bekämpfte, war Statthalter
Gelderns geworden. Er machte sich zur Aufgabe, im katholischen
Gelderland die Reformation durchzuführen, obwohl er in
der Genfer Pazifikation von 1576 die freie Ausübung der
katholischen Religion beschworen hatte. |
| 1583 |
beschworen die Generalstaaten fortan nur noch
die reformierte Lehre zu dulden. |
| 1587 |
1587 eroberte Prinz Alexander von
Parma das geldrische Oberquartier und stellte die freie katholische
Religionsausübung wieder her. |
| 1603 |
scheint es um das katholische religiöse
Leben in Viersen nicht gut bestellt gewesen zu sein, denn
der damalige Schultheiß schrieb einen massiven Beschwerdebrief
an das Gereonskapitel in Köln. |
| 1611 |
eingerissene Missstände wurden bei einer
in diesem Jahr stattfindenden Mission deutlich. Die mit besonderer
päpstlichen Vollmacht ausgestatteten Jesuiten sorgten
in Gegenwart des Pastors Petrus Kesselburg, dass mehrere ungültig
geschlossene Ehen "saniert" wurden. |
| 1632 |
bemächtigten sich die Generalstaaten wieder
des Oberquartiers und für die Katholiken begannen wieder
schwere Zeiten. |
| 1635 |
lautete eine versteckte Notiz im ältesten
Taufbuch der Pfarre (1608 - 1645): "...getauft im Pfarrhause,
da der Gottesdienst in der Kirche von den Häretikern
untersagt war." |
| 1636 |
wieder im Taufbuch: "...die übrigen
sind wegen des Verbotes der Holländer heimlich außerhalb
der Kirche getauft worden." |
| 1636 |
"... die übrigen sind getauft worden
zu Dülken." Dülken gehörte zum Herzogtum
Jülich und war nicht den Repressalien wie die Viersener
die zum Herzogtum
Geldern gehörten, ausgesetzt. |
| 1637 |
eine weitere Notiz: "Da das holländische
Verbot und unser Exil aufhörte, wurde zuerst [wieder]
in unserer Kirche getauft." |
| 1642 |
wurde Viersen durch hessisch-weimarische Truppen
geplündert und die Pfarrkirche ausgeraubt. |
| 1649 |
erstellte der Pfarrer von St. Remigius und
Landdechant des Dekanates Krickenbeck, Gerhardus Pontanus
(Gerhard Verbruggen), ein "getreues und neues" Verzeichnis
der Güter, Rechte und jährlichen Einkünfte
des Pastors. |
| 1650 |
seit dieser Zeit wurde in der Kapelle der hl.
Helene in Heimer regelmäßig zweimal wöchentlich
Gottesdienst gehalten. |
| 1666 |
1666 wurde dort eine größere Kapelle
gebaut und mit Rücksicht auf Kinder und ältere Leute
- da die Pfarrkirche St. Remigius ca. eine Stunde entfernt
war - vom Bischof von Roermond genehmigt, auch an Sonn- und
Feiertagen eine hl. Messe zu lesen. Allerdings wurden daran
Bedingungen geknüpft. So durfte an den kirchlichen Hochfesten
dort keine hl. Messe gefeiert werden. Jedoch an normalen Sonn-
und Feiertagen war der Priester verpflichtet, eine "ausführliche
christliche Lehr ... von wenigsten dreyviertel Stunden langh"
zu halten. Dazu hieß es dann noch: "...und verbieten
wir auch, das keiner so zu diesem Gottesdienst kompt, vor
oder nach der Messe Tuback rauche, brandewein oder Wacholderwasser
trincke in dem Wirtshaus, oder in einem bey besagter Kapelle
gelegenen Hause." |
| 1707 |
Gründung der reformierten Pfarrei unter
den holländischen Generalstaaten. |
| 1711 |
wurde den Reformierten (8 Familien) die Pfarrkirche
der katholischen Gemeinde mit ca. 5000 Katholiken zum Simultan-Gottesdienst
geöffnet. Währenddessen hielten die Katholiken ihren
Gottesdienst auf dem bei der Kirche gelegenen
Friedhof ab. |
| 1713 |
wurde das Oberquartier Geldern teilweise an
Preußen abgetreten. Damit wurde auch Viersen preußisch. |
| 1725 |
Erbauung des bis heute noch bestehenden Pfarrhauses
an St. Remigius. |
| 1750 |
gab es in der St. Remigiuskirche acht Altäre:
1. Hochaltar, 2. Sebastianus- und Eligiusaltar, 3. Servatuis-
und Michaelsaltar, 4. Petrusaltar, 5. Kreuzaltar, 6. Annaaltar,
Katharinaaltar, 8. Nikolausaltar. |
| 1789 |
französische Revolution. |
| 1798 |
verbot die französische Regierung aller
öffentlichen gottesdienstlichen Verrichtungen, selbst
die Toten mussten in der Kirche und nicht am Grab eingesegnet
werden. |
| 1799 |
Wurde der Sonntag abgeschafft und die Dekade
eingeführt, es galt schon länger der französische
Kalender.
Außerdem ließen die Franzosen nicht nur alle öffentlichen
Aufrufe an Kirchen- und Rathaustüren anbringen, sondern
diese mussten auch von den Priestern als "Kanzelverkündigungen"
verlesen werden, manchmal noch von französischer
Seite mit einem Hinweis versehen wie "mit lauter Stimme,"
oder z.B. "den Pfarrgenossen in der ersten Predigt die
Wichtigkeit der Kuhpockenimpfung auf alle mögliche Weise
vorzutragen." |
| 1800 |
Gründung der Pfarre St. Helena in Helenabrunn. |
| 1801 |
zählte Viersen mehr als 5000 Katholiken
und wurde daher zur Kantonalkirche 1. Klasse erhoben. |
| 1801 |
mussten die kirchlichen Tauf-, Trau- und Sterbebücher
an die Zivilgemeinde (Archiv) abgeliefert werden, da 1798
das Zivilstandsregister von den Franzosen eingeführt
worden war. |
| 1801 |
Bischof Marc Antoine Berdolet wurde erster Bischof
des neugegründeten Bistums Aachen, zu dem auch Viersen
gehörte. Im Oktober dieses Jahres besuchte er Viersen
und wurde bei seiner Ankunft von den Schulkindern
in französischer Sprache begrüßt. |
| 1802 |
begann die Säkularisation (Verstaatlichung)
aller kirchlichen Güter. So am 10. August die Aufhebung
des Viersener Klosters St. Pauli Bekehrung. |
| 1804 |
wurden in Aachen die hiesigen Vikarien an den
Meistbietenden verkauft. |
| 1804 |
wurden fast alle Festtage der Heiligen abgesetzt,
bis auf vier: Allerheiligen, Christi Geburt, Christi Himmelfahrt
und Maria Himmelfahrt. |
1806 -
1811 |
beim Verkauf der Vikarien im Jahr
1804 an den damaligen Viersener Municipal- Agenten und späteren
Maire Paul Preyer waren betrügerische Absichten nicht
auszuschließen gewesen, es folgte ein langer Rechtsstreit
und die Kirche
erhielt 1811 ihre Güter zurück. |
| 1815 |
die französische Herrschaft endete und
Viersen wurde wieder preußisch. |
| 1816 |
Firmung für den hiesigen Bereich in Gladbach,
durch den Weihbischof Caspar Maximilian, Bischof von Jericho,
(seit 1809, nach dem Tode des Aachener Bischofs Berdolet,
war der Bischofsstuhl in Aachen unbesetzt) wo es dann in
Aufzeichnungen hieß, "daß seit 36 bis 38
Jahren in hiesiger Gegend nicht mehr gefirmt worden war." |
| 1821 |
wurde das Bistum Aachen wieder aufgehoben und
Viersen kam wieder zum Erzbistum Köln. |
| 1827 |
gehörte Viersen zum Dekanat Gladbach. |
| 1833/34 |
wurde der Friedhof um die St. Remigiuskirche
nach Osten um einen Morgen erweitert. |
| 1842 |
wurde die Friedhofskapelle - das heute noch
bestehende Kreuzkapellchen - erbaut. |
| 1843 |
wurde der ehemalige Pfarrer von St. Remigius,
Anton Gottfried Klaessen, zum Propst des Kölner Metropolitan-Kapitels
ernannt und im gleichen Jahr zum Weihbischof von Köln
und Bischof von Gandara ernannt. |
| 1856 |
wurde Viersen im Rahmen einer preußischen
Verordnung "Stadt". |
| 1879 |
erste Überlegungen durch Oberpfarrer Schroeteler,
zwei neue Pfarrsysteme für Viersen zu schaffen. |
| 1886 |
gab es in der Stadt 18000 Katholiken. |
| 1891 |
Fertigstellung der Kirche St. Josef in Rintgen
und St. Peter in Bockert. |
| 1895 |
wurden beide Pfarrsysteme zur Pfarrei erhoben. |
| 1914/18 |
hatte die Pfarre St. Remigius 291 gefallene
Soldaten zu beklagen. |
| 1929 |
wurde das neue Gotteshaus für die Bewohner
des Ortsteil Rahser - die St. Notburga-Kirche geweiht. |
| 1933 |
Machtübernahme des Nationalsozialismus
und damit im Laufe der nächsten Jahre immer mehr Einschränkungen
des kirchlichen Lebens. |
| 1937 |
katholische Schulen wurden aufgehoben. |
| 1939 |
Ausbruch des 2. Weltkrieges und damit Beginn
weiterer Repressalien. |
| 1942 |
mussten die Glocken, soweit sie keine historische
Bedeutung hatten, abgeliefert werden. Von 7 in der Pfarrkirche
vorhandenen Glocken nahmen 5 diesen Weg. Nur die Marienglocke
von 1506 und das kleine
Glöckchen im Dachreiter verblieben der Pfarre. 2 kleine
Glocken von 1526 hatten auf dem Glockenfriedhof in Hamburg
den Krieg überstanden und kehrten nach St. Remigius zurück,
die kleine Glocke im Dachreiter fiel
den Bomben zum Opfer.
Um möglichst viele Menschen vom Besuch der Gottesdienste
fernzuhalten, wurden bei nächtlichen Fliegerangriffen
die Frühgottesdienste bis 10 Uhr verboten. |
| 1944 |
gelobten die Katholiken von Viersen am 15. Oktober
"... nach dem Kriege ... nach besten Kräften beizusteuern
zum Bau einer Kirche die dem Unbefleckten Herzen Maria geweiht
werden soll..." |
| 1945 |
am 24. Februar wird beim schwersten Bombenangriff
auf Viersen die altehrwürdige St. Remigiuskirche wie
auch das Pfarrhaus bis auf die Grundmauern zerstört. |
| 1945 |
1. März, 17 Uhr Besetzung der Stadt durch
die Amerikaner.
Am 15. März gestattete die Besatzungsbehörde wieder
die Abhaltung von
Gottesdiensten.
Es wurde für die Pfarre eine Notkirche im (alten)
Marienheim, Kaiserstr. 33
eingerichtet. |
1945 -
1949 |
Wiederaufbau der Pfarrkirche und zu verschiedenen
kirchlichen Zwecken
genutzter Häuser. |
| 1949 |
am 25. September feierliche Weihe der wiedererrichteten
St. Remigiuskirche. Am Abend dieses Tages Feierstunde für
die Pfarrgemeinde in der Städtischen Festhalle (diese
hatte den Krieg unbeschadet überstanden). An Kriegsopfern
waren in der Pfarre zu beklagen: 309 gefallene Soldaten, 98
durch Bomben getötete Privatpersonen. Zu den Gefallenen
zählte auch
der von 1936 - 1942 als Kaplan an St. Remigius tätige
und spätere Divisions- Pfarrer Gustav Raab. Er wurde
in russischer Kriegsgefangenschaft erschossen und zählt
zu den Blutzeugen des 2. Weltkrieges im Bistum Aachen. |
| 1958 |
hatte St. Remigius 8300 Pfarrangehörige. |
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© Zusammengestellt von Heinz und Margret
Hesse, Viersen |
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Quellennachweis: |
Stadtarchiv Viersen, Taufbuch der Pfarre St.
Remigius von 1608 - 1645 |
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Literaturnachweis: |
Frenken, G. Die Geschichte der Kirche und Pfarre
zum hl. Remigius, 1963
Lohmann, F.W., Geschichte der Stadt Viersen, Viersen 1913 |
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|
Landschaftsverband Rheinland (Hg.), Rheinischer
Städteatlas Viersen,
Lieferung VI, Nr. 34, 1980 |