
Die Glocken der Grabeskirche St. Joseph
Im März 1889 wurde der erste Spatenstich für die Kirche St. Joseph getan und am Juni wurde der Grundstein gelegt. Die Kirche wurde am 17.11.1891 durch den Kölner Erzbischof Krementz eingeweiht. Das erste von wohlhabenden Bürgen der Stadt finanzierte Geläut bestand aus 5 Glocken der Glockengießerei F. Otto in Bremen- Hermelingen mit den Te Deum Tönen b,d,e,fis.g. Sie wogen 8300kg und kosteten 25.500 Mark. Ihre Namen waren: Herz Jesu Glocke, Marienglocke, Josefsglocke, Antoniusglocke, St. Aloysius-St. Agnes-Glocke. Sie wurden am 2. Juni 1901 geweiht.
Die Chronik von St. Jospeh berichtet: „A 2. Juni wurden die neuen Glocken eingeweiht. Herr Otto in Hermeling bei Bremen ist der Gieser; und Kosten dieselben 25. 500 M. Herr Pfarrer Flecken, vom Hochwürdigsten Herrn Erzbischof beauftragt, vollzog unter Assistenz des Hern Dechant Stroux, der Pfarrkaplan und anderen Herrn Geistlichen die Weihe. Als Taufpaten fungierten folgende Herren; bei der Herz Jesu Glocke Geh. Sanitätsrat Dr. Heimbach, bei der Marienglocke Carl Schaub, als Vicepräsident des früheren Kirchenvorstandes von St. Remigius, bei der St. Josefsglocke Heinr. Konnertz jun. in Vertretung seines Vaters des Vicepräsidenten des Kirchenvorstandes von St. Josef, bei der Antoniusglocke Herm. Schloten und bei der St. Aloysius und St. Agnes Glocke der Präses der kirchlichen Gemeindevertretung Heinr. Noll. Nach beendigtem, zahlreich besuchten Gottesdienst zogen die Gläubigen an den Glocken vorbei, zum Gedächtnis die üblichen Glockenschläge zu vollziehen. Am 5. Juni abends 7 Uhr ertönte zum ersten Mal das vollständige Geläute; welche in der ganzen Stadt große Bewunderung hervorrief.“
Wie in vielen anderen Kirche mussten auch die Gocken der Kirche St. Joseph durch die Verfügung des preußischen Kriegsministeriums im November 1917 zum Einschmelzen zur Geschützgießerei im ersten Weltkrieg abgegeben werden.
Im Sommer 1921 kam die Idee auf, 4 neue Glocken zur Ehrung der im Krieg gefallenen Pfarrmitglieder zu beschaffen. Diese Anregung wurde mit Begeisterung aufgenommen und nach kurzer Zeit waren nahezu 200.000 Mark für diesen Zweck gesammelt.
Die Glockengießerei Petit und Gebr. Edelbrock goss die 4 neuen Glocken des 2. Geläutes der Kirche St. Joseph:
- Die Dreifaltigkeitsglocke, Ton b, 3750 kg, 185cm Durchmesser
- Die Jesus, Maria, Josefsglocke, Ton des 2100 kg
- Die Michaelsglocke, Ton es, 1450 kg, 134 cm
- Die Gereonsglocke Ton f, 1000 kg, 119cm
Auf den Vier Glocken standen die Namen der Gefallenen des ersten Weltkrieges der Pfarre, wie man auf den Aufnahmen der Urkunde über die Beschaffung des neuen Geläutes erkennen kann.

Die Glocken läutete zum ersten Mal an Ostern 1922. Die Glocken überstanden den Dachbrand durch Blitzschlag im Juni 1922, mussten aber im Jahr 1942 wieder für die Rüstungsindustrie abgegeben werden.
In den Jahren 1944/45 litt die Kirche schwer unter Bombenexplosionen. Sie blieb zwar grundlegend erhalten, aber bis auf das Josefsfenster, wurden die Fenster mit Maßwerk herausgerissen und das Dach beschädigt. 1950 beginnt die Beseitigung der Kriegsschäden mit der Bestellung der neuen Glocken.
Das dritte Geläut der Kirche wird wieder in der Glockengießerei Ott, Bremen. Hemeling gegossen. Am 21. Mai 1950 werden folgende Glocken geweiht:
- Marienglocke, Ton des, 151cm, 2300 kg, zwei Reliefs: St. Josef und Maria, Inschrift: Maria heiß ich. Für euch bitt ich, zum Himmel führ ich.
- Michaelsglocke, Ton es, 135 cm, 1650kg, Zwei Reliefs: St. Josef und St. Michael. Inschrift: Michael heiß ich, für euch kämpf ich, Satan besieg ich.
- Gereonsglocke, Ton f, 120cm, 1150kg, zwei Reliefs St. Josef und St. Gereon. Inschrift: St. Gereon heiß ich, die Heimat beschütz ich, den Glauben bewahr ich.
- Cäcilienglocke, Ton ges, 113cm, 975kg, zwei Reliefs St. Josef und St. Cäcilia, Inschrift: Cäcilia heiß ich, das Lob Gottes sing ich, die Herzen erfreu ich.

An Pfingsten 1950 erklang zum ersten Mal das neue Geläut.
Am 11. November 1951 wurde als 5. Glocke die Josefsglocke, Ton b, 182 cm, 3968 kg zwei Reliefs: St. Josef und die Gottesmutter Inschrift: S. Josef heiß ich, die Pfarre beschütz ich, ihr Retter bin ich. eingeweiht und vervollständigte das bis jetzt aktuelle Geläute.
Das Gesamtgeläute ist abgestimmt auf die fünf Anfangstöne des „Te Deum“.
Im Turmeingang der Grabeskirche steht die die „Turmreiterglocke“. Die kleine Glocke von St.Joseph war von 1975 bis 2019 an der Papst Johannes Kirche an der Gladbacherstraße. Dort läutete sie am 27. Dezember zum letzten Mal zum Gottesdienst im Papst Johannes Zentrum, danach wurde sie demontiert und dort eingelagert. Nach dem Verkauf des Papst Johannes Zentrum im Jahr 2019 wurde die Glocke im Turmeingang der Grabeskirche wieder aufgestellt.
Auf der Glocke ist zu lesen:
Glockengießerei Petit & Gebr. Edelbrock Gescher Westf. A.D. 1922
Inschrift: ..Coelestes audite sonus mortales
In hon St. Antoni
Ihr himmlischen höret die Töne der Sterblichen
Zur Ehre St Anton
Susanne Mengen
Quellen: Pfarrarchiv St. Remigius/ St. Josef
www.sakrale-bauten.de
Foto: Pfarrarchiv St. Remigius
